Weihnachten 09
Der erste Advent, das erste Weihnachten gemeinsam in Sennrüti!
Eine kleine Vorbereitungsgruppe hatte schon im November begonnen mit der Planung. Ein wunderschöner Stern hing im Speisesaal und kündigte uns die Aktivitäten an für diese besondere Zeit.
Jeden Abend in der Adventszeit gab es eine „Sternstunde“, eine halbe Stunde, an der wir uns trafen zum Singen, für eine Geschichte oder eine kleine Bastelarbeit. Nicht immer war es so einfach, sich aus dem Alltagstrubel herauszulösen für diese kurze adventliche Zeit.

Die Sonntage begannen mit einem Brunch. Der Brunch am ersten Adventssonntag wurde mit besonders viel Spannung erwartet: das adventliche Wichteln sollte beginnen. Es wurden Paare gebildet, fast immer ein Kind mit einem Erwachsenen, und diese Paare zogen zwei Lose mit Namen darauf, Personen, für die sie bis Weihnachten zum Wichtel wurden. Nun konnte man ständig im Haus ein leises Flüstern erleben, immer wieder zogen sich Paare zurück zum Kreativ-Werden und immer wieder sah man die strahlenden Gesichter der Beschenkten: ob es ein paar Weihnachtsguetzli waren oder ein selbstgebastelter Adventskalender, immer wieder gab es kleine wohltuende Überraschungen im Alltag.


Am 4. Advent sollte das Wichteln dann aufgelöst werden, aber schon am Tag zuvor gab es unter den Kindern vor allem ein Thema: „Du warst mein Wichtel!“ – „Nein, ich weiss es ganz genau: du hast mir die Sachen vor die Tür gestellt!“
Auch fürs Basteln und Backen fanden einige von uns immer wieder Zeit, oh, wie lecker es dann wieder im Haus duftete!

Weihnachten selbst begann für uns schon eine Woche zuvor: Am Freitag vor Weihnachten, am letzten Arbeitstag vor den Winterferien auf dem Bau, kochte die Frau eines unserer Arbeiter für uns ein wahres Weihnachtsessen. Die Dekoration auf den Tischen war ganz im Zeichen der Baustelle: alte Fassungen und nicht mehr brauchbare Kabel, versägte Holzstücke und sonstiger „Abfall“ dienten plötzlich in wundersamer Weise als stimmungsvolle Kerzenständer und verbreiteten warmes Licht. In einer Diaschau erkannten wir uns wieder. Wie viele Gesichter zu unserer Gemeinschaft und zum Bauteam gehören! So leitete der gemütliche Abend in guter Stimmung die Weihnachtszeit und die Baupause ein.
Am 22. Dezember eröffneten wir ein Adventsfenster, das Veronika mit ein paar Kindern vorbereitet hatte. Ein paar Leute aus dem Dorf kamen dazu, um mit uns das Fenster zu besingen.
Am 24. Dezember herrschte wieder emsiges Treiben, alles wollte geputzt und geschmückt, das Weihnachtsessen vorbereitet werden. Ein Christbaum aus dem eigenen Garten schmückt nun den Speisesaal. Und um 17.00 Uhr zogen sich alle warm an, denn es ging hinaus in die Kälte, hinauf ins Föhrenwäldli, wo ein Baum mit Äpfeln, Tierfutter und Papiersternen mit unseren Wünschen weihnachtlich geschmückt wurde.
Zum Abendessen kamen noch ein paar Gäste dazu. Wie schön ist es, an weiss gedeckten Tischen festlich zu geniessen! Später sangen wir um den Weihnachtsbaum herum fast alle Lieder aus unserem eigenen Weihnachtsliederbuch, unserer „“Adventsliederhitparade“, und lauschten zwei Geschichten.
Der Weihnachtstag begann wieder mit einem Brunch. Und auch das regnerische Wetter konnte ein paar Unentwegte nicht von einer Winterwanderung abhalten am Nachmittag. Gemütlich klang der Tag dann bei einem Filmabend aus.