9. Info-Tag Jun 09
6. Juni 2009
Seit Oktober gab es jeden Monat einen Info-Tag. Immer kamen neue Leute, die sich informieren wollten über unsere Gemeinschaft und von denen immer auch welche einstiegen als Schnupperer und später als Gemeinschaftsmitglieder. So langsam füllt sich das Haus mit zukünftigen Mitbewohner/-innen. So mussten wir die Entscheidung fällen, dass der Infotag im Juni der (vorläufig) letzte Infotag sein würde.
Und es passte zu diesem Abschied, dass ausnahmsweise mal die Sonne gut versteckt hinter Regenwolken blieb.
Am Morgen um 10:00 wurden wir im Tanzraum mit lebendiger Tanzmusik empfangen, wir hatten ja etwas zu feiern und alle tanzten und lachten ausgelassen, bis bei manchen die Puste ausging.
Danach sassen wir im Empfangsbereich zusammen im Kreis und hatten intern viel zu berichten. Am Schluss haben wir uns auf die neuen Menschen eingestimmt, die sich per Mail vorgestellt hatten und die wir heute offen und freudig empfangen wollten.
Am Bahnhof Degersheim schon wurden die Interessierten begrüsst von Berta und Pietro und durchs Dorf in die Gemeinschaft geführt.
Dieses Mal begann der Infotag rassig mit Musik und Tanz im Tanzraum. Andrea leitete uns durch Musik und Begegnung in immer neue kleine Kennenlerngruppen. Lag es an der Bewegung oder an den gut ausgewählten Fragen, dass so schnell so tiefe Gespräche entstanden? Bald hatten wir das Gefühl einer grossen Gemeinschaft, in der wir alle einander schon ein wenig vertraut sind – und kannten doch noch nicht die Namen von allen! Da der Hunger bei manchen von uns sich schon lautstark bemerkbar machte(n), gab es noch eine kurze Namensrunde, in der jede und jeder sein bzw. ihr Lieblingsgericht bekannt gab. Das verstärkte den Hunger natürlich und bald versammelten wir uns um das wunderschöne Buffet, um zu singen und zu danken für alle Gaben.
Nach dem Essen gab es wie immer eine Hausführung für die Neuen, während die anderen die Reste aufräumten (und jeden Rest mit Datum genau beschrifteten! Ordnung muss schliesslich sein, auch im Sennrüti!) und das Geschirr wuschen. Anschliessend sassen wir in der Eingangshalle in einer Runde zusammen, um Fragen zu beantworten.
Gerade in der besonderen Situation, dass immer weniger freier Wohnraum zur Verfügung steht, wurde uns klar, dass auch hier Vertrauen gefragt ist, Grundvertrauen ins Universum, dass alles, was geschieht, seinen Sinn hat, und dass die richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein werden. Im ganzen Weg, den wir schon im Gemeinschaftsprozess gegangen sind, hat es sich immer wieder gezeigt, dass alles sich gut fügt, wenn wir nur Vertrauen haben. Das wünschen wir auch den neuen Interessierten und Schnupperern: die Offenheit für das Wirken der Liebe.
Um 17:00 Uhr schlossen wir den Tag mit einem Lied ab. Viele blieben danach noch zum Abendessen, das wir für einmal ganz feierlich an festlich gedeckten Tischen mit Tischtüchern und Kerzen und einem Schluck Wein einnahmen – wir hatten nämlich etwas zu feiern und einen sehr lieben Gast. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.