Arbeitstag Februar 09

28. Februar 2009

Am Vorabend bekamen wir schon mal das Gefühl, wie das Leben in Sennrüti später aussehen könnte. Im Empfang war ein Kommen und Gehen. Es roch schon fein nach Suppe, vor dem Feuer war der Tisch gedeckt und Anne war daran, alles für den nächsten Tag herzurichten. In einer Ecke sass Kailash mit seinem Läptöpli und zeichnete Pläne.

Die Koordinationssitzung hat noch nie so viele Teilnehmer/-innen gesehen: Bernadette und Christoph, die vorläufig eine Wohnung in Degersheim gemietet haben, Ronny und Pietro, die beim Umzug von Anne und René H. (beide auch da) mit geholfen haben, Cornelia, die ja so nah wohnt, Nicolas, der Gemeinschaftsluft schnuppern wollte, Jamara, die ein neues Zimmer zum Übernachten ausprobieren wollte, Veronika, die eine Schule für Helena besucht hatte und René D. und Mieke, die wie schon oft viel Hausrat nach Degersheim brachten.
Dank dem „Talking Stick“ hatten wir, trotz der vielen Menschen und Traktanden, eine schöne und klare Sitzung, an welcher viel besprochen und erledigt wurde. Anschliessend wurden Bernadette und Christoph in die Projektgruppe aufgenommen. Während der Sitzung bereiteten Marcel und Daria den nächsten Tag vor: sie verwandelten den Luftschutzkeller in ein Heimkino.
Später beim Feuer gab es dann noch Zeit in kleineren Grüppchen miteinander zu reden.

Am Samstag kamen die letzten Menschen hinein getröpfelt, sodass wir den Tag fast vollzählig anfangen konnten.
Am Morgen wurden zuerst die Finanzen besprochen: wie viel eine Wohnung in etwa kosten wird, welche Nebenkosten wir erwarten können und wie es finanziell aussieht.
Nachher war Zeit um die Genossenschaftsstatuten zu besprechen und kleine Änderungen vorzunehmen. Marcel hatte Laptop und Printer mitgenommen, so dass René über die Mittagszeit die letzte Fassung drucken konnte. Sieben Personen stellten sich für die Verwaltung der Genossenschaft zur Wahl. Alle wurden per Akklamation gewählt. Wir sind froh, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit und Energie zur Verfügung stellen. Wir beschlossen, dass der Name der Genossenschaft „Ökodorf Sennrüti“ sein wird.
Das Mittagessen fiel leider etwas kurz aus und da und dort trafen sich noch Arbeitsgruppen für Kurzsitzungen.

       

Der Nachmittag war der Wohnungsverteilung gewidmet, etwas das wir erfahrungsgemäss lieber im grossen Kreis machen, da es wichtige Entscheidungen sind, die alle betreffen. Erst weihten wir den Kinosaal ein und Kailash zeigte verschiedene Modelle vom Um- und Ausbau. Marcel stellte mit einem anderen 3D-Programm noch weitere Möglichkeiten und Ideen des Umbaus vor. Da es recht kalt war, waren wir froh, dass wir anschliessend ins Sitzungszimmer zügeln konnten. Dort hatte Marcel „Sennrüti“ mit magnetischen Klötzen (für die Wohnungen und unsere Namen) am Whiteboard vorbereitet. Nun gab es ein Geschiebe und Umtauschen der Wohnungen, das wohl den meisten zu schnell ging.
Es kamen Emotionen hoch, die uns am Schluss doch noch einholten. So gingen wir mit der Erfahrung heim, dass solche Entscheidungen nicht auf die Schnelle gemacht werden können. Und das es ein hohes Mass an Wachheit braucht, dass wir uns „im Eifer des Gefechts“ nicht gegenseitig verletzen. Wichtig ist es, das alle ein eigenes Nest bauen können und eine eigene Rückzugsmöglichkeit finden, in welcher sie sich wohl fühlen. Dazu braucht es Zeit, um sich alle Varianten vorzustellen, in die Räumen hinein zu spüren, mal nach links und rechts zu schauen, wer dann der neue Nachbar oder die neue Nachbarin wäre, mal nach oben und unten zu hören, wer denn dort wohnen will und im Bewusstsein zu haben, dass es in Sennrüti viele zusätzliche Räume geben wird, die allen zur Verfügung stehen werden. Es ist darum gut und richtig, viel Zeit in Sennrüti zu verbringen, vor allem auch ohne Programm, um wirklich Zeit zu haben, herauszufinden, wo der „beste“ Platz ist, bezogen auf die eigene Bedürfnisse aber auch in Hinblick auf die gesamte Gruppe.
Ein grosses Dankeschön an alle, die den Tag vorbereitet und gestaltet haben und an diejenigen, die am Schluss wieder alles aufgeräumt haben.