SCI Lager 2011

25. Juli bis 6. August

Der Service Civil International Schweiz setzt sich als Nonprofit-Organisation für gewaltfreie Konfliktlösung, nachhaltige Entwicklung und interkulturellen Austausch ein. Durch die Vermittlung von engagierten Freiwilligen unterstützt der SCI Schweiz bewusst ökologische, soziale und kulturelle Projekte in der Schweiz (www.scich.org).

Nach dem schönen Erlebnis vom letzten Jahr haben wir auch in diesem Sommer unsere Gemeinschaft geöffnet für junge Menschen aus der ganzen Welt.
Sie kamen angereist aus der Türkei, Russland, Slowakei, Serbien, Sri Lanka, Tschechien, Spanien, Österreich und aus der Schweiz; diesmal viele Frauen und ganz wenig Männer.
Aus der Gemeinschaft haben vor allem René R. und Mieke jeden Tag mitgemacht. Andere aus der Gemeinschaft kamen für einzelne Tage oder Projekte hin zu. Bettina hat viel öfter gekocht als sie vorgehabt hatte, ihre Muffins wurden einen Hit und viele wollten lernten, wie man sie bäckt.
vorher holztransport steine setzen

Annette war die Erneuerung des Feuerplatzes ein Anliegen und sie, Pia und Wolfgang haben sich dann auch fest ins Zeug gelegt. Andreas und Pierre haben die fehlende Manneskraft ergänzt. Monique als Gemüsefrau hat ihre Geheimnisse verraten. René D. hat eine umfassende Führung durch das Haus und alle bisherige Bauten durchgeführt und uns täglich fotografiert.
Jeden Morgen haben wir mit einem Kreis angefangen: „Wie fühle ich mich gerade“,  ,,was gibt es zu tun?“ Oft gab es ein Spiel um wach zu werden und um mit einem Lachen den Tag an zu fangen.
ausflug sanktgallen am necker

An einem Nachmittag hat die Gruppe unter kundiger Leitung von Claudia, die in der erste Woche als Freundin der Gemeinschaft dabei war, St. Gallen besucht. Weiter besuchte die Gruppe die Käserei in Stein und wanderte von dort zurück nach Herisau. Ein paar gingen nach der Arbeit zum Necker um zu schwimmen (und Steine zu holen). Am letzten freien Nachmittag war es endlich so warm, dass das Freibad in Degersheim besucht werden konnte.
musik spiele singing

An einem Abend haben wir Mantras gesungen. Auch Kartenspielen war immer wieder angesagt. Einen Spiel und Tanzabend mit der Gemeinschaft stand genau so auf dem Programm, wie Feuer draussen oder ein Fondue im Tipi.
Oft wieder haben wir uns gegenseitige Schultermassagen gegeben, war doch die Arbeit für die Meisten ungewohnt. Und auch T´ai Chi war an einem Abend im Angebot.
Leider war es recht regnerisch und einige haben sich 1 oder 2 Tage mit Tee und Bettruhe wieder gesund pflegen müssen.
Vor allem waren die jungen Menschen gekommen, um mit uns zu arbeiten. Und Arbeit gab es genug:
gerüst gerüst.2 lehmstampfen

lehm stampfen lehmen eingang lehmen

Das grosse Projekt war die Lehmsauna, die mit Weiden gebaut wurde. Dazu schnitteine Gruppe Weiden in der Umgebung, anschliessend wurde das Gerüst aufgestellt, die Weiden geflochten und dann ging es ans Lehm aufbereiten: nachdem Lehm, Sand, Stroh und Wasser eingefüllt waren, wurden das Ganze unter viel Gelächter mit schweren Stiefeln durchmischt. Das vollständige Schliessen der Sauna gab allerhand zu tun. Das Resultat war beachtlich und ich glaube, alle waren recht stolz als wir am letzten Abend mit einem gemeinsamen Saunagang abschliessen konnten.
den richtigen finden mäuerchen steine

Das Bauen von Steinmäuerchen brauchte Ausdauer, wollten die Steine oft nicht so schnell ihren richtigen Platz finden. Da gab es keine grosse Liebe auf den ersten Blick, aber während die 2 Wochen entstand bei Einigen ein Auge für die Steine und am Schluss war die erste Steinmauer im Westen eine Freude. Es wurde sogar mit der unteren Mauer angefangen.
entgrünen häckseln sägen

holz stapeln weg und steg unkraut

Bei den vielen Bäumen und Sträucher in unseren Garten fällt immer viel Holz an, so war das Sägen und Häckseln eine Erfolgsaufgabe, wenn wieder einen grossen Stapel zu Kleinholz gemacht war.
Mulchen bleibt bei uns ein Thema, wollen wir noch mehr Beete für Gemüse und Blumen entstehen lassen. Mit Karton, Häcksel und Grasschnitt sind aus überwucherten Stellen jetzt Plätze entstanden, wo wir im Herbst Sträucher und Pflanzen einsetzen können.
Der bisherige Feuerplatz war schon lange ein Sorgenkind, wurde es bei jedem grossen Regen zum Wasserloch. Gerade rechtzeitig zum ersten Augustfeier war der neuer Feuerplatz fertig, gebaut mit gefällten Bäumen aus dem Garten und Kiesel und Steine vom Fluss. So konnten wir ihn bei einem Barbecue einweihen.
Es gab es auch eine Gruppe von Freiwilligen, die in der Gemüseanbau und Ernte mitgeholfen hat.
muffins küche best pizza

Eine der begehrtesten Arbeitsplätze war die Küche. Jeden Mittag haben einige sehr gerne mitgeholfen beim Kochen des Mittagessens. Oft wurden gleich noch die Muffins für das Zvieri gebacken. Am Abend haben jeweils 2 junge Menschen Spezialitäten aus ihrem Land gekocht.
Für uns interessant und lehrreich war, dass am letzten Tag in der Feedbackrunde angeregt wurde, mehr Zeit für das gegenseitige Kennenlernen und den Kulturaustausch einzuplanen. Auch den Luxus der Zwei- Bett- Gästezimmer hätten einige gerne getauscht für das gemeinsame Schlafen in einer Jurte.
Es ist wirklich eindrücklich, wie viel in 2 Wochen entstehen kann durch gemeinsames Tun. Dafür sind wir unseren Gästen und alle Helfern sehr dankbar. Neben dem Einsatz der jungen Leute war es auch der Beitrag von uns Gemeinschaftsmitgliedern, der unser Sennrüti immer schöner und belebter macht.

Mieke