Kennenlerntage

1. bis 5. Juni 2011
Wegen den vielen Anfragen von Interessierten ist es uns wichtig, ein paar Mal pro Jahr Kennenlern-Tage durchzuführen. Dabei sind wir als junge Gemeinschaft noch am spüren, was das richtige Mass an Offenheit ist, damit das Bedürfnis nach einem geschützten Ort für uns und unsere Kinder berücksichtigt wird.

Am Mittwochnachmittag kamen 9 interessierte Menschen zwischen 19 und 63 Jahren angereist. Der Abendspaziergang nach dem Nachtessen fiel ins „Regenwasser“. Dafür haben wir einen Rundgang durch das Haus gemacht und es uns anschliessend im Speisesaal gemütlich gemacht. Die erste Austauschrunde war gleich sehr intensiv; es war berührend zu hören, welch wunderbare Wege jeder Mensch geht.

Am Donnerstag haben wir es trotz Auffahrt gewagt, verschiedenen leisen Arbeiten nachzugehen. Vorhänge wurden genäht, die vielen aufgezogenen Gemüsepflänzchen wurden endlich ins Freie gepflanzt, das provisorische Gewächshaus wurde geputzt, und ein paar Menschen fuhren zum Necker und haben dort Weiden für den Pizzaofen und für den Weidenhag im Westen geschnitten.
gemüse hügelbeet weidenhaag

Das Mittagessen wurde mit viel Elan gekocht. Nach dem gemeinsamen Lied schmeckte es noch viel besser. Danach haben sich ein paar zu einer wohlverdienten Mittagsruhe zurückgezogen.
Die anderen machten dort weiter, wo sie am Morgen aufgehört hatten. Beim Weidenhag wurde erst einmal gerodet, bevor an verschiedenen Stellen neue Weiden nachgesteckt werden konnten.
Am Abend hatten unsere Gäste die Gelegenheit, an einem Gemeinschaftabend teil zu nehmen: eine Sprechstab-Runde mit dem Thema “Warum bin ich jetzt gerade hier“, ein dichter und auch für uns „alte Hasen“ bewegter Abend.

pizzaofengerüst mit weiden pizzaofen lehmarbeit am pizzaofen
Am Freitagmorgen war der Andrang beim Pizzaofen-Bauen gross, aber auch in der Gartengruppe gab es Erfolgserlebnisse: dankbare Tomaten und Bohnen und ein gemulchter Weidenhag.
Die Mittagspause war zu kurz, um gleichzeitig das feine Essen geniessen und miteinander reden zu können; irgendwie war es viel zu schnell Zeit für die Nachmittagsrunde.
zuschauer zuschauer2 zuschauer3

Auf den Bildern ist zu erkennen, wie an vielen Ecken gearbeitet wurde. Das Resultat lässt sich dann auch sehen: vor allem beim Pizzaofen hat ein interessiertes Publikum voller Spannung verfolgt, wie in 3 Tagen ein wunderbarer Pizzaofen aus Weidenruten und Lehm entstand.
Am Freitagabend haben wir 3 kleine Gruppen gebildet, die miteinander Ho’oponopono machten oder mit Hilfe von Intuitive Solutions persönlichen Fragen nachgingen. Nach 2 Stunden voller Einsichten, sich mitteilen und auch Lachen waren wir müde, zufrieden und reif fürs Bett.

gespräch kaffepause PICT1195

Am Samstag war Aktionstag und es kamen, neben einigen zusätzlichen Gemeinschaftsmitgliedern, auch noch ein paar Helfer/-innen, so dass wir beim Morgenkreis eine ansehnliche Gruppe waren.
Nach einer pantomimischen Darstellung einer gut funktionierenden Maschine wurden die verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten vorgestellt. Alle fanden bald eine Aufgabe.
koch kochkonferenz spass beim kochen

Wichtig war die Küchencrew, die nicht nur für das Mittagsessen sorgte, sondern auch noch den Imbiss für den Sonntag vorbereitete. Auch mussten Kuchen her; erst mal für das Zvieri und dann noch für den Sonntag.
Da wurde beim Obstgarten gemäht, die neue Steintreppe bekam ihren Kies, ein Baumstumpf wurde ausgegraben, die Minze fand einen neuen Platz wo sie wuchern darf, im Westen entstand ein schmaler Steinplattenweg zum Trampolin, und immer wieder wurde gejätet und wurden Weiden gesteckt. Ein arbeitsreicher Tag, der mit einem wohlverdienten Zvieri und einer Abschiedsrunde ein Ende nahm.
gesprächsrunde mantrasingen regenbogen

musikspiel singen und zuhören momo

Nach dem Abendessen nahmen wir uns noch Zeit für eine Feedbackrunde, die mit einem wunderbaren doppelten Regenbogen beendet wurde. Der Tag fand im Gemeinschaftszimmer einen schönen Abschluss mit Singen von Mantras. Alte und neue Lieder anstimmen, sich im Singen verweilen, die kleine Momo in ihre Freude beobachten. Es war Nahrung für die Seele.

Am Sonntag war die Mitgliederversammlung des Fördervereins angesagt, und die Gruppe beschloss gemeinsam, auf eine Wanderung zu gehen, um noch etwas von der weiteren Umgebung kennen zu lernen. Obwohl das Wetter am Anfang vielversprechend aussah, kam ein Hagelsturm auf, der alle bis auf der Haut durchnässte.
So gingen vier erlebnisreiche Tage zu Ende. Es ist natürlich nicht immer so viel los in der Gemeinschaft, wie während diesen Tagen, aber es gab einen guten Eindruck vom Gemeinschaftsleben im Ökodorf Sennrüti.
Für uns, die hier leben, war es eine Gelegenheit, wieder zu spüren und auch zu sagen, was uns hier wichtig und lieb ist.