Spiel der Wandlung 10
Vom 9. bis 11. April 2010 spielten wir in der Gemeinschaft zum dritten Mal das Spiel der Wandlung.
Beim ersten Mal, vor 2 Jahren, waren es 12 Personen und es war noch kein Ort in Sicht, an dem die Gemeinschaft die Vision eines Ökodorfes verwirklichen könnte. Letztes Jahr spielten 14 Personen mit, wir waren schon im ehemaligen Kurhaus Sennrüti zu Gast, hatten aber das Haus noch nicht gekauft. Dieses Jahr waren wir 26 Personen und trafen uns im eigenen Haus zum Spiel. Die Vision ist geerdet, die Gemeinschaft lebt!
Auch dieses Jahr begleiteten uns Andrea und Helene durch die 3 Tage. Am Freitag ging es um die Themensuche: Was steht gerade bei uns an? Was ist uns wichtig?
Als gemeinsames Thema fandet wir: Einen Gemeinsamen Groove gestalten (Klang, Rhythmus, Freude).
Fünf Gruppen bildeten sich zu verschiedenen Unterthemen. Als die Gruppen dann aus ihrer Gruppenarbeit mit ihrem ausformulierten Fokus für das Spiel zurückkehrten, staunten wir nicht schlecht: in drei Gruppen ging es genau um das gleiche, nur jeweils etwas anders formuliert…. Echtheit bzw. Authentizität scheint zur Zeit ein ganz wichtiges Thema bei uns zu sein.
1) Wir beabsichtigen, gemeinsame innere & äussere Herz-Begegnungs-Zeiten & -Räume zu haben und darin echt zu sein.
2) Wir beabsichtigen, in persönlicher Echtheit in der Gemeinschaft spürbar zu sein.
3) Wir beabsichtigen, uns selbst klar zu spüren, damit wir uns authentisch zeigen.
4) Wir beabsichtigen auf allen Ebenen vertrauensvoll neue Wege zu gehen.
5) Wir beabsichtigen, die Lust auf grosse und kleine Wunder zu erwecken, sowohl im Kreieren wie im Annehmen.
Nun konnte das Spiel starten. Am Anfang war es für die, die das erste Mal mitspielten, recht verwirrend, weil es so viele spezielle Spielfelder und spezielle Spielregeln gibt. Aber immer mehr begann das Spiel zu fliessen und gab uns reichlich Möglichkeiten, mehr über uns selbst zu erfahren, uns einzuüben in die neuen Verhaltensweisen, die wir uns vorgenommen hatten, und zu spüren, wie wir nicht allein sind sondern als Einzelne und als Gemeinschaft viel Unterstützung erfahren.
Ein wichtiger Moment war, als jemand auf das Feld „Synergie“ kam – da floss das Spiel und es gab so viele Impulse und Aktionsmöglichkeiten, dass die restliche Zeit des Spiels damit ausgefüllt war. Es war berührend, anerkennende Rückmeldungen zu empfangen und zu geben, es war wohltuend, bei Rückschlägen im Spiel zu erfahren, dass das einfach grosse Lernchancen sind, es tat gut, sowohl von der eigenen Kleingruppe als auch von der Gesamtgruppe getragen zu sein.
Viel zu schnell wurde Sonntagnachmittag. Zum Abschluss bereitete jede Gruppe eine Präsentation vor – und hier war wieder einmal der Gemeinschaftsgeist zu spüren: jede Gruppe hatte unabhängig voneinander eine Präsentation vorbereitet, bei der alle mitmachen konnten und sollten, nicht nur die präsentierende Gruppe. Ja, wir konnten als Gemeinschaft ein Stück mehr zusammen wachsen, ein wenig mehr unsere Ideale erden, mehr voneinander erfahren und gehen gestärkt gemeinsam weiter.
Spannend waren die Rückmeldungen derer, die nicht am Spiel teilnehmen konnten: Sie spürten, dass sich im Haus etwas verändert hatte, „es lag plötzlich so viel Liebe und Zärtlichkeit in der Luft!“ meinte jemand. Ja, möge Liebe und Natürlichkeit unser Leben im Sennrüti immer mehr prägen!


