Gemeinschaftstag Mrz

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Zweimal im Monat reservieren wir uns einen Samstag für einen „internen Tag“, einen Gemeinschaftstag, an dem wir uns als Gemeinschaft Zeit nehmen für das, was gerade ansteht. Es hat immer mehr als genug Themen, die wir miteinander anschauen und zu denen wir Entscheidungen treffen. Wie gehen wir in unserer Gemeinschaft mit schnurlosen Telefonen und Handys um angesichts der hohen Strahlenbelastung? Wie wollen wir unseren Garten gestalten? Welchen Namen wollen wir eigentlich unserer Gemeinschaft geben? Wie stehen wir finanziell in unserem grossen Projekt und was können wir tun, damit wir auf einer guten Basis weitermachen können?
Wichtig ist uns dabei immer, uns gegenseitig wahrzunehmen. Nicht allein mit dem Kopf zu denken, sondern auch vom Herzen her. Und immer mehr zu spüren: wir sind eine Gemeinschaft, ein Ganzes mit vielen Individuen, wie ein Körper und seine Zellen – und jede Zelle ist wichtig.

Wie das so im Konkreten aussieht?
Als Beispiel soll der interne Tag von Ende März stehen:
Die erste halbe Stunde jedes internen Tages ist der Vertiefung der Gemeinschaft und der Spiritualität vorbehalten.
Dieses Mal steigen wir mit Musik im Kreis ein. Wir schauen einander an, nehmen einander wahr und kommen in Bewegung. Verschiedene eher lustige und eher innige Übungen folgen.
Wach und präsent setzen wir uns nun in den Kreis. Als erstes steht an diesem Morgen die ordentliche Generalversammlung der Genossenschaft auf dem Plan. Unsere Verwaltungsmitglieder haben alles bestens vorbereitet und termingerecht alle Unterlagen allen gemailt. So geht es schnell vorwärts und als wir nach 10 Minuten schon bei Traktandum 4 sind, müssen wir doch lachen: hatten manche doch im Vorfeld die Befürchtung gehabt, so eine GV sei eine trockene und langweilige Sache…
Bei den Finanzen hat es einige Rückfragen und geduldig wird allen erklärt, wie so eine Buchhaltung funktioniert und was normal und legal ist und welche Zahlen welche Bedeutung haben. Froh und dankbar nehmen wir entgegen, dass wir finanziell auf einem guten Weg sind und dass die Revisionsstelle unsere interne Buchhaltung sehr lobt. Ungewohnt ist es für uns an diesem Morgen, jeweils mit der Hand abzustimmen, wie es die Genossenschaftsstatuten vorschreiben. Sonst vermeiden wir wenn möglich Abstimmungen und üben uns stattdessen in Konsens und einander zuhören ein. Aber die notwendigen Abstimmungen sind schnell über die Bühne und ein Schluss-Applaus dankt der Genossenschaftsverwaltung für die viele gut geleistete Arbeit.
Schon fast ist es Zeit geworden zum Mittagessen. Aber vorher losen wir noch Paare aus, die nach dem Zmittag sich gemeinsam auf den Weg machen werden, um einmal wirklich Zeit zu zweit zu haben – vielleicht mit jemandem, mit dem oder der ich im Alltag weniger zu tun habe. Viel wird gelacht, bis sich alle Paare gefunden haben und so starten wir fröhlich in die Mittagspause.
Gut genährt durch das Essen, die Gespräche und die Natur versammeln sich wieder alle am Nachmittag im Kreis. Mit einer geführten Meditation kommen wir in die Stille und mit uns selbst in Berührung. Ein Austauschkreis schliesst sich an: Wie geht es mir im Moment in Bezug auf die Gemeinschaft? Was freut mich, was ärgert mich? Jede und jeder erzählt von sich, von seinem Erleben, von den schönen und weniger schönen Momenten hier bei uns im Sennrüti. Es tut gut, wieder mehr voneinander zu wissen, wo die einzelnen stehen. Auch unsere neuen Schnupperer, die heute zum ersten Mal dabei sind, erzählen, wie es ihnen in den Begegnungen mit uns geht.
Der Nachmittag verfliegt – und doch steht noch ein wichtiger Punkt an: wir wollen heute als Gemeinschaft hin spüren, ob wir einen Teil des Dachs als Wohnraum umbauen wollen. Nach einer kurzen Diskussion über das Für und Wider eines solchen Dach-Ausbaus lassen wir uns auf eine Meditation ein, sind bereit, von innen her Antworten zu bekommen auf unsere Frage. Als wir nach der Meditation austauschen, merken wir, dass die Antwort eindeutig ist: Ja, wir werden ausbauen, wir werden auch das Dach öffnen, Grenzen sprengen und auch im Bau, im Haus ganz konkret Offenheit leben.
Ein langer und intensiver Gemeinschaftstag geht zu Ende – wie gut zu wissen, dass oben in der Cafeteria Küchenfeen (männliche und weibliche) das Abendessen vorbereiten haben.