Visionieren in Degersheim
Am 8. November 2008 sind wir im Sennrüti zusammen gekommen zu einem Raumplanungs-Kreativ-Tag. Neben einem Workshop zur konkreten Umnutzung der Räume (Gästezimmer und andere Räume im Hauptgebäude), nahmen wir uns auch Zeit zum Visionieren:

„Wir treffen uns draussen in einem Kreis. Zuerst gehen wir in die Stille, dann gehen wir gemeinsam ums Hauptgebäude des Sennrüti und lassen unserer Phantasie freien Lauf. Indem wir unsere Wünsche und Ideen aussprechen, ohne darüber zu urteilen, ob sie wohl umsetzbar und realistisch sind, lassen wir dem Universum die Möglichkeit, die Visionen zu manifestieren.
Wir beginnen auf der Ostseite. Da muss Farbe an die Wände. Warme und erdige Farben. Um die Fenster könnten wir schöne östlich anmutende geschwungene Fensterrahmen malen. Die Ostfront auf der Dachstock-Ebene wird ersetzt durch ein grosses halb rundes Fenster. Vor der Küche gibt es ein Dach und für die erste Etage einen grossen Balkon. Grosse Fenster-Türen bringen Licht in die Küche. Eine Kräuterspirale ist direkt vor der Küche im Garten. Ein Gartensitzplatz lädt die Gäste der Cafeteria ein, die Morgensonne zu geniessen. Auch vom Speisesaal her gibt es einen Sitzplatz: Auf dem Flachdach wird eine holzige Terrasse installiert. Viele Pflanzen und Blumen schmücken diese Terrasse. Weiter oben, im Ecken Nord-Ost, könnte ein einladender Eingangsbereich entstehen. Anstelle der Ost-Treppe. Mit viel Glas und runder Form. So tritt man von Osten her in das Sennrüti ein und kommt gleich am Lädeli vorbei und dann in den Empfangsraum, wo das Feuer im Ofen brennt.
Die Nordseite wird drastisch verändert. Die Betonwände und Böden werden umgestaltet. Stufen, wie in einem römischen Theater, aber mit vielen Pflanzen, mit noch mehr feinen Beeren, vielleicht Tomaten, vielleicht Trauben… Ein Weg führt hinters Haus. Oberhalb auf der Wiese, welche ans Landwirtschaftsland grenzt, werden Kinderhütten gebaut, Kletter-Elemente und geknüpfte Seile führen hinauf.
Die Garagen kommen alle weg. Vielleicht steht hier irgendwo ein Mobility-Auto. Oder Stallungen für Pferde.
Während der Bauphase kann ein Haufen Bausand auf dem Nordplatz einen tollen „ Sandkasten“ abgeben.
Dort wo jetzt der Eingang ist, bringen grosse Fenster mehr Licht in den Empfangsraum. Das Dach über dem jetzigen Eingang wird entfernt. Vielleicht entsteht hier ein neues Tor, in anderer Form, aus einem anderen, natürlichen Material.
Die Nordseite zum Haus hin wird ausgehoben, sodass in die untere Etage Licht kommt. Der steile Abhang zum Erdgeschoss wird zu einem grünen Gartenbereich. Kleine Treppen führen zu den Eingangstüren der Wohnungen im Erdgeschoss. Holzige Brücken führen zu den Eingangstüren der Wohnungen im Obergeschoss (welches ebenerdig zur Nordseite ist) und Treppen führen zum lang gezogenen Balkon im Dachgeschoss. Die Holzelemente sind möglichst in ihrer natürlichen Form belassen. Geschwungene Zweige und Äste geben dem Balkon seine Form. Überall wachsen Pflanzen empor. Die Eingangstüre zu den verschiedenen Wohnungen sind farbig.
Auf der ganzen Länge der Nordseite ist unter dem Dach ein schön verziertes Holzelement.
Ein Weiden-Tor lädt ein zur Westseite des Hauses. Ein kleiner Pfad führt bis in den Garten auf der Südseite. An der Tanne vorbei. Sodass der Pfad weiter vorne, in der Nähe des Gartenhäuschen endet. Die Ostseite erhält Fenster. Oder wird farbig bemalt. Ein paar Hühner gackern hier herum. Vielleicht kommt auf der Ostseite, auf dem Stück Landwirtschaftsland, das als Bauland vorgesehen ist, ein Wagen- und Jurtenplatz. Die Wiesen sind hier weit und sanft geschwungen.
Jetzt befinden wir uns auf der Südseite des Hauses. Hier könnten die holzigen Balkone belassen werden. Aber dahinter werden die Wände sehr verschiedenartig geschmückt. Jede Balkontür ist von anderen Farben und Pflanzen umgeben.
Vielleicht gibt es hier noch Dachfenster? Und auf jeden Fall Sonnenkollektoren auf dem Dach.
Wollen wir den Weiher hier lassen? Vielleicht könnte hier das Wasser durch Drainage gesammelt werden und ein kleiner Bach führt hinunter, zum Weiher (Badeweiher?) neben dem 6-Familienhaus, oder noch weiter hinunter. Anstelle des Weihers könnte hier eine Feuerstelle sein. Die Wiese könnte dadurch auch weiter werden. Es gibt verschiedene, durch Pflanzen geschützte Sitzplätze.
Die Tanne fühlt sich da ganz am falschen Ort an. Vielleicht ist sie glücklicher, wenn sie uns im Haus oder Garten als grosse Sitzbank oder als Säule dienen kann?
Hier steht auch ein Baum, der durch seine nach Innen gewachsenen Äste darauf hinweist, dass hier Naturwesen hausen.
Der Abhang hinunter zum 6-Familienhaus wird teilweise so belassen, damit die Naturgeister ihren geschützten Platz behalten können. Ein anderer Teil des Abhangs wird umgestaltet für die Kinder. Zum Klettern und Spielen.
Der Weg hinunter zur Cafeteria im Untergeschoss müsste umgestaltet werden. Anstelle der Betontreppe könnte hier ein kleiner Pfad hinunter führen.
Auch die Westfassade des Haupttrakts wird farbig bemalt. Diesmal mit anderen Mustern. Aber auch in erdigen und warmen Farben.
Der Sitzplatz vor der Cafeteria wird verschönert mit Pflanzen und einem anderen Boden.
Auf dem Dach des Therapiegebäudes sehen wir schon die Kuppel aus Fenstern und Holz, welche dem grossen Bewegungs- und Begegnungsraum ein Dach bietet. Und vorher findet hier vielleicht eine schöne Jurte ihren Platz.“
Anne


